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Was ist Anthroposophie?
Wiedergeburt / Schicksal
Zwischen Tod und Geburt

Vom Leben in der anderen Welt

Viele Menschen glauben an ein Leben nach dem Tod und lassen sich von den Auffassungen inspirieren, die uns die Weltreligionen, mythologische Überlieferungen oder philosophisch-dichterische Aussagen aus verschiedensten Zeitaltern vermitteln. Diese Hinweise auf eine jenseitige Welt bleiben aber oft sehr vage oder sie bestehen aus Bildern, die nur schwer verständlich sind.

Die Anthroposophie ist hier eine Ausnahme: Rudolf Steiner gibt in seinen Werken  zahlreiche, detaillierte Beschreibungen über die Vorgänge und Erlebnisse, die eine verstorbene Menschenseele durchmacht. Dabei betont er allerdings die Schwierigkeit, "für eine ganz andersartige Welt, die der Mensch zwischen dem Tode und der nächsten Geburt zu durchleben hat, geeignete Ausdrücke zu finden." Denn es handle sich um ein Gebiet, "für das uns eigentlich die Worte fehlen."

Vier Wesensglieder
Grundlegend für das Verständnis des nachtodlichen Lebens ist Steiners Konzept der vier Wesensglieder, aus denen der Mensch zu Lebzeiten besteht. Neben dem physischen Leib sind dies der Ätherleib (Lebenskräfte), der Astralleib (Gefühle und Empfindungen) und das Ich (der selbstbewusste Geist und Kern der Persönlichkeit). Im Wachzustand sind alle vier Wesensglieder miteinander verbunden. Während des Schlafes (den man ja oft den kleinen Bruder des Todes nennt) lösen sich Ich und Astralleib heraus und machen eigene Erfahrungen in einer nichtsinnlichen Welt. Beim Aufwachen bleiben uns daran keine Erinnerungen – ausser den Träumen, die vom Übergang in eine andere Dimension künden. Physischer Leib und Ätherleib bleiben während des ganzen Erdenlebens miteinander verbunden. Beim Tod hingegen löst sich auch der Lebens- oder Ätherleib aus dem physischen Körper. Dieser ist nun einzig den physikalisch-chemischen Kräften der Materie überlassen und zerfällt.

Für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt schildert Steiner verschiedene Etappen. Gleich nach dem Tod erlebt der oder die Verstorbene das vergangene Leben als umfassenden Bilderbogen, eine Art Lebenspanorama, in dem auch längst vergessene Erlebnisse mit allen Einzelheiten enthalten sind. Nach einigen Tagen verschwinden die Bilder allmählich. Denn ihr Träger, der Ätherleib, trennt sich ab und löst sich in den Weltenäther auf.

Nun folgt eine Zeit, in der das zurückliegende Erdenleben in umgekehrter Reihenfolge nochmals durchlebt wird – vom Tod zurück bis zur Geburt. Dabei erlebt die Seele die Wirkungen ihrer Handlungen, also die Freuden und Schmerzen, die sie während ihres Lebens anderen zugefügt hat. Steiner spricht von einer "Läuterungszeit", während der die Seele sich von den noch bestehenden Begierden und Wünschen aus der Sinneswelt befreien muss. Diese Etappe dauert etwa ein Drittel der Lebenszeit auf der Erde. Danach trennt sich auch der Astralleib vom Ich und löst sich in der Astralwelt auf.

Auf seiner weiteren Reise durchwandert das Ich verschiedene Sphären der geistigen Welt. Es ist umgeben von Wesenheiten, die sich nicht verkörpern, begegnet aber auch den verstorbenen Menschen wieder, zu denen es auf der Erde in Beziehung stand. Allmählich reift der Wunsch heran, sich in einem neuen Erdenleben zu verkörpern, um begangene Taten auszugleichen und den begonnenen Entwicklungsweg fortzuführen. Unterstützt von helfenden Wesen, bereitet der Mensch sein neues Erdendasein vor.

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www.medienbuero.ch | 06.03.07 
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