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Wie trauern?

Trauern – ein notwendiger Weg

Wenn wir schwere Verluste erleiden, empfinden wir Trauer. Es kann sich um den Verlust eines Arbeitplatzes handeln, um das Ende einer Beziehung oder um den Verlust eines nahestehenden Menschen durch den Tod. In unterschiedlicher Stärke stellen sich die dunklen, belastenden Gefühle ein. Schmerzen, Zerrissenheit, Verzweiflung wühlen uns auf, stellen unser Leben in Frage und nehmen uns häufig die Kraft, den Alltag im gewohnten Rahmen zu bewältigen.

In unserer Zeit verfügen viele Menschen nicht mehr über tragende Formen und Rituale, um zu trauern. Sie sind mit ihren Schmerzen allein, und für ihre Trauer gibt es im Alltag keinen Platz. Aber die Trauer braucht Platz – und sie braucht Zeit! Wer sie überwinden will, wer zu Lebensfreude und Heiterkeit zurückfinden will, muss durch die Trauer hindurch, muss den Mut haben, die dunkeln Gefühle zuzulassen und die Schmerzen anzunehmen. Der griechische Psychologe Jorgos Canacakis, der sich seit vielen Jahren mit Trauerarbeit befasst, weist auf eine paradoxe Tatsache hin: “Wenn man sich zutraut, den Trauerschmerz zuzulassen, wird man feststellen, dass er wieder abklingt. Lässt man ihn nicht zu, muss man ihn endlos ertragen.”

Auch die Schweizer Psychologin Verena Kast, die bereits 1982 ein Standardwerk über das Trauern publiziert hat, betont immer wieder, wie wichtig es ist, Schmerz und Trauer anzunehmen: “Um wirklich trauern zu können, um den Verlust aufzuarbeiten, ist die Bereitschaft sowohl des Trauernden als auch seiner Umgebung nötig, Tod und Trauer zu akzeptieren. Es ist nötig, dass die ganze schreckliche Verzweiflung als solche akzeptiert und als der Lebenssituation angemessen betrachtet wird.” (S.76)

Verena Kast macht Mut, die Angst vor der Trauer abzulegen: “Wir müssen Wege finden, Trauern als etwas Wesentliches zu sehen, nicht einfach als etwas Pathologisches, und wir müssen Wege finden, miteinander wieder mittrauern zu lernen. Dazu gehört zunächst einmal, dass wir unsere grosse Angst vor der Trauer überwinden, sie also weniger abwehren, wohl damit auch der Realität wieder ins Auge sehen, um zu erfahren, dass wir sterblich sind, dass unser Leben von vielen Abschieden geprägt ist, dass die Abschiede wesensmässig zu uns gehören – und dass sie weh tun.” (S.21)

In den letzten dreissig Jahren haben Trauer und Trauerarbeit innerhalb der Psychologie und der Psychotherapie zunehmende Beachtung gefunden. Gut verständliche Bücher und Ratgeber liegen vor, mitunter werden auch therapeutische Gruppen, Kurse und Selbsthilfegruppen angeboten.

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Zitierte Bücher

Verena Kast: Trauern. Phasen und Chancen des psychischen Prozesses. Kreuz Verlag Stuttgart

Jorgos Canacakis: Ich sehe deine Tränen. Kreuz Verlag Stuttgart
Das Jorgos-Canacakis-Institut in Zürich bietet eine Ausbildung zur Trauerbegleitung an.

Buchtipps

Es gibt viele und sehr unterschiedliche Arten, von Trauer betroffen zu sein. Aus der Vielzahl der Bücher stellen wir hier einige vor.

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www.medienbuero.ch | 03.09.10